Die Covid-19 Situation trifft auch die SKF hart mit grossen Mitgliederverlusten (effektiv 2020/HR 2021: CHF 170’000) und der Tatsache, dass aufgrund der vorgeschriebenen zugelassenen Trainierenden (seit 22.12.2020 bis 26.2.2021 Trainingsverbot ab 16 Jahre), praktisch keine neuen Mitglieder mehr aufgenommen werden können. Trotzdem hat die SKF in ihre Infrastruktur investiert mit der Anstellung eines weiteren Nationaltrainers, der Position eines Chefs Nachwuchs sowie einer Administrationseinheit im Bereich Leistungssport.

Die Finanzierung einer jeden Organisation ist immer das Resultat von Einnahmen und Ausgaben. Diese müssen sich im Gleichgewicht befinden.

Grundsätzlich finanziert sich die SKF über ihre Mitgliederbeiträge. Alle in einem Dojo eingeschriebenen Karatekas bezahlen jährlich einen Beitrag von CHF 32.50, d.h. CHF 2.70 pro Monat, an die SKF für die Bereiche

Spitzensport (Kata, Kumite)

  • WMEM Elite, U21, U18, U16 Reise- und Unterkunftskosten) inkl. Startgebühren/Jahresbeitrag
  • WKF Coachlizenzen
  • Karate1 Turniere (2021: Premier League, Youth League)
  • Internationale Punkteturniere gemäss Liste
  • Trainings Nationalmannschaft Elite, U21, U18, U16, U14
  • Personalaufwand Techniker (2), Nationaltrainer (4)
  • Physiotherapeuten, Verbandsärzte (3)
  • Lizenzen Ausbildung
  • internationale Schiedsrichter inkl. Wiederholungsprüfungen WKF-EKF-Lizenzen
  • Ausbildungsbeiträge Trainer (Berufs- und Diplomtrainerlehrgänge)
  • Projekt FTEM

Seit 1.1.2021 stehen der SKF, dank den erhaltenen NASAK-Geldern unentgeltliche Trainingsaufenthalte in Fiesch und Zuchwil zur Verfügung. 

Breitensport

  • 2 Schweizermeisterschaften (Organisationsbeitrag, Kosten Schiedsrichter, Transport Tatami)
  • 3 Swiss Karate League (Organisationsbeitrag)
  • esa Erwachsenensport
  • Karate mit Handicap
  • nationale Schiedsrichterausbildung
  • nationale Coachausbildung

Administration/Infrastruktur

  • Personalaufwand Geschäftsführung, Zentrale Dienste, Mandate
  • Reise-, Repräsentations-, Werbe- und Sachaufwände

Die Budget-Aufteilung erfolgt, analog aller Swiss Olympic angeschlossenen Verbände mit der Einstufung 1-3, nach Swiss GAAP FER 21. Damit ist die Vergleichbarkeit mit anderen Sportverbänden gewährleistet und der Eigenanteil jedes Verbandes ist transparent ausgewiesen. Die Genehmigung des Budgets geht in die Kompetenz der Delegiertenversammlung.

Bereits seit über 75 Jahren fördert die Sport-Toto-Gesellschaft (STG) den Schweizer Sport. Die Sport-Toto-Gesellschaft leitet jährlichen einen Anteil der Reingewinne der beiden Lotteriegesellschaften Swisslos und Loterie Romande an den Schweizer Sport weiter. Mit diesen Geldern fördert die STG u.a. Swiss Olympic, die Stimmung Schweizer Sporthilfe und die Swiss Karate Federation. Diese Mittel ermöglichen es der SKF einen leistungsfähigen Kaderbetrieb aufrechtzuerhalten. Keine Gelder erfolgen von Swiss Olympic für die internationalen Schiedsrichter sowie das Spartenmanagement (u.a. Präsidium). Diese müssen von der SKF zu 100% selber getragen werden. 

Neben der STG ist der Bund, mit den J+S Geldern, an die Karate-Dojo der grösste Geldgeber im Breitensport. 

Alle finanziellen Leistungen von Swiss Olympic, J+S (Jugend- und Kindersport), PluSport sind in Leistungsvereinbarungen festgelegt. Diese beinhalten bei Swiss Olympic die Bereiche Verbandsmanagement, Ethik, Ausbildung, Leistungssport, Reporting und Controlling, bei J+S die Commitments, J+S Kursorganisation, J+S Fachpersonen, die Experten- und Leiterausbildung sowie die Lehr- und Lernmedien. Die SKF ist seit 1.1.2018 als führende J+S Organisation als Sportverband A eingestuft und stellt auch den J+S -Ausbildungsverantwortlichen (finanziert durch das BASPO anhand der Leistungen, u.a. Anzahl aktive Leiterpersonen, Erfüllung Leistungskatalog) für die gesamte schweizerische Karate-Szene. 2020 konnte die SKF, dank des Stabilisierungspaket I des Bundes, knapp 1.0 Million, an die von ihr als strukturrelevanten eingestuften Organisationen (Sektionen, Dojo, Organisatoren SM/SKL, Stützpunkte) ausrichten.

Allgemein

Es ist wichtig zu wissen, dass Swiss Olympic lediglich einen Teil des Leistungssports mitfinanziert. Der zugewiesene Betrag richtet sich nach klar festgelegten Qualitätskriterien. Das Bundesamt für Sport BASPO finanziert die Funktion des J+S Verantwortlichen und richtet jährlich Beiträge an die Kinder-  und Jugensportangebote in den Dojos aus. Dieser Betrag ist immer in der Grössenordnung 1 Mio. plus. Den Bereich Breitensport finanzieren die Sektionen mit dem Lizenzmarkenbetrag von CHF 47.50, resp. 37.50. Keine finanziellen Beiträge erhält die SKF von ihren Partnern esa Erwachsenensport Schweiz, PluSport Schweiz und Budo-Sport AG Bern.

Techniker (Verantwortliche Leistungssport und Nachwuchs)

Von Swiss Olympic wird an die Positionen Chef Leistungssport und Chef Nachwuchs ein Beitrag ausgerichtet. Dieser Betrag deckt die Kosten 2021 zu 50% ab.

Nationaltrainer

Ebenfalls einen Beitrag richtet Swiss Olympic für die Finanzierung der Nationaltrainer aus.Dies sind zur Zeit die drei Nationaltrainer Kumite (Dragan Leiler, Franco Pisino, Roland Pfäffli). Die Nationaltrainerin Kata (Michelle Saner) sowie der Kata Coach SKF (Simone Posavec) werden im Mandat durch die SKF entschädigt. Dieser Beitrag deckt die Kosten 2021 zu 68%.

Stützpunkte

Die 15 Stützpunkte der SKF (Aargau, Basel, Biel, Düdingen, Emme, Genève, Lausanne, Luzern, Lyss, Neuchâtel, Sion, Sursee, Thun, Thurgau, Zürich) finanzieren sich durch die Beiträge der Kadermitglieder, die Gelder von Swiss Olympic (nur Entschädigung wenn dipl. Trainer Spitzensport oder Trainer Leistungssport mit eidg. Fachausweis) sowie durch einen festgelegten Betrag pro nationale/regionale Talentcard. Die Stützpunkte können ihre Beiträge durch kantonale Beiträge wesentlich erhöhen. Es steht ihnen frei, analog anderen Sportarten, für externe Athleten*innen einen höheren Beitrag zu verlangen.

AthletenInnen

In den letzten Jahren sind die finanziellen Herausforderungen für die SKF um ein Mehrfaches gestiegen. Galt es zuvor „lediglich“ die Welt- und Europameisterschaften, je eine WM- resp. zwei Europameisterschaften sowie die Nationalkadertrainings zu finanzieren, stehen heute auch die WKF Karate1 Turniere (Premier League, Series A, Youth League) auf verschiedenen Kontinenten zur Budgetierung an. Diese Herausforderung kann die SKF (Mitgliederbeitrag seit 2005 unverändert) nicht alleine tragen. So sind in diesem Bereich die Sektionen, Stilrichtungen, Dojo, Eltern/weitere Unterstützer und die Athleten*innen angehalten solidarisch einen Beitrag zu leisten. Gleichzeitig sind die persönlichen Trainer in der Pflicht die Möglichkeiten über kantonale Gelder sowie Unterstützung durch Städte/Gemeinden, Schweizer Sporthilfe, Sport-Crowfunding „I believe in you“, andere Organisationen und Sponsoren abzuklären.

Hier ist anzuführen, dass es wesentlich die Athleten*innen und die Nationaltrainer sind, welche der SKF die Einstufung 2 (seit 2017, aktuell bis 2024) durch ihre Titel- und Medaillengewinne und Top-Rangierungen (zählbar nur Elite/U21 an den Welt- und Europameisterschaften sichern. Immer wesentlich daran beteiligt das Leistungssportmanagement, der Chef Leistungssport und die persönlichen Trainer und das gesamte Umfeld mit Leistungsdiagnostikern, Mentaltrainer, Physiotherapeuten, Sportmediziner und – in den meisten Fällen – Eltern und soziales Umfeld.

Beitrag Kadermitgliedschaft 2021: Elite (CHF 600), U21 (CHF 500), U18 (CHF 400), U16 (CHF 300), U14 (200). Für 2021 befreit sind die Mitglieder des Olympiapools Kumite (7), des Kata Förderpools (3) sowie die Medaillengewinner*innen und 5. Platz Rangierte WMEM der Jahre 2017-2020. Der Eigenanteil für die WM in Dubai beträgt CHF 750, Anteil EM-Nachwuchs Tampere (CHF 500). Rückerstattung bei Rang 1-5. Kata 50% bei Erreichen der Runde 2.

Zur Finanzierung des gesamten Spitzensportbereichs (2021: CHF 970’000) erwartet die SKF die Solidarität der Mitglieder der Nationalkader mit einem Beitrag. Dieser ist im Vergleich mit anderen Sportarten moderat. Es gibt einige Sportarten wo die Athleten, und auch Schiedsrichter, ihre Kosten selber tragen müssen.

Schiedsrichter

Mit einem grossen Betrag „schlagen“ die internationalen Schiedsrichter zu buche, welche heute auf drei verschiedenen Kontinenten an den WKF Karate1 Turnieren im Einsatz stehen müssen um für eine WM berücksichtigt zu werden. Hier ist die Nationale Schiedsrichterkommission, die Sektionen und die internationalen Schiedsrichter (Mirko Bisaro, Daniel Brunner, Piero Lüthold, Linh-Truong Pham) gefordert. Finanziert werden jährlich die Welt- und  Europameisterschaften sowie ausgewählte K1-Turniere. Für 2021 gilt ein Eigenanteil.

https://www.swissolympic.ch/dam/jcr:5d99024b-51b6-4469-b994-965c25cc73f2/Verbandsbeiträge_Sommersportarten_2021.pdf

Aktualisiert per 12. Januar 2021