Verfasst von Erik Golowin
Am 19. März trafen sich in Ittigen im Haus des Sports führende Vertreterinnen und Vertreter der Schweizer Kampfsportverbände zu einem besonderen Austausch. Initiiert vom Schweizerischer Judo und Ju-Jitsu Verband kamen Präsident*innen und Geschäftsführer*innen zusammen, um eine zentrale Frage zu diskutieren: Wie kann der Kampfsport in der Schweiz gemeinsam stärker werden?
Mit am Tisch sassen neben der Swiss Karate Federation unter anderem Vertreter von SwissBoxing, Swiss Taekwondo, SwissWushu, Swiss Wrestling sowie Swiss Kendo, ergänzt durch den Eidgenössischen Schwingverband und den Eidgenössischen Frauenschwingverband.
Transparenz als Ausgangspunkt
Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Offenheit. In kompakten Präsentationen gewährten die Verbände Einblick in ihre Strukturen und Realitäten: Mitgliederzahlen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen, strategische Entwicklungsschwerpunkte und auch bestehende Herausforderungen wurden transparent dargelegt.
Gerade dieser ehrliche Blick hinter die Kulissen schuf eine gemeinsame Grundlage – und machte deutlich, dass viele Verbände vor ähnlichen Fragen stehen: Wie gelingt nachhaltiges Wachstum? Wie kann Professionalität weiter gesteigert werden? Und wie lassen sich begrenzte Ressourcen optimal einsetzen?
Gemeinsame Themen, gemeinsame Perspektiven
Am Nachmittag verlagerte sich der Fokus von der Bestandsaufnahme hin zur Zukunftsgestaltung. Im Zentrum standen dabei insbesondere das neue Verbandsfördermodell von Swiss Olympic, die Frage nach konkreten Synergien zwischen den Verbänden sowie Möglichkeiten, den Wissenstransfer gezielt zu stärken.
Auch wirtschaftliche Themen wurden offen diskutiert. Eine mögliche gemeinsame Sponsoringsuche wurde ebenso angesprochen wie die Chance, durch koordinierte Ansätze die Sichtbarkeit des Kampfsports insgesamt zu erhöhen.
Mehr als ein Austausch: Ein gemeinsames Verständnis entsteht
Was dieses Treffen besonders machte, war die spürbare Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Trotz unterschiedlicher Sportarten und Strukturen wurde deutlich: Die Verbände verbindet ein gemeinsames Wertefundament. Respekt, Disziplin, Verantwortung und persönliche Entwicklung sind zentrale Elemente aller Kampfsportarten – und bieten grosses Potenzial für die gesellschaftliche Wirkung.
Der Austausch wurde von allen Beteiligten als inspirierend und zukunftsweisend wahrgenommen. Er hat gezeigt, dass Kooperation nicht im Widerspruch zur Eigenständigkeit steht, sondern diese gezielt stärken kann.
Ein erster Schritt mit langfristiger Wirkung
Das Treffen in Ittigen markiert einen Anfang. Erste gemeinsame strategische Schwerpunkte wurden diskutiert, weitere Schritte sind denkbar. Gerade im Kontext sich verändernder Rahmenbedingungen – etwa durch neue Fördermodelle – kann ein engerer Schulterschluss entscheidend sein.
Die Kampfsportverbände in der Schweiz sind heute gut etabliert. Doch ihre gemeinsame Stärke liegt zunehmend auch in der Zusammenarbeit. Wenn es gelingt, Kräfte zu bündeln, Wissen zu teilen und gemeinsam aufzutreten, kann der Kampfsport nicht nur an Sichtbarkeit gewinnen – sondern auch seinen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung noch stärker entfalten. Der 19. März könnte damit rückblickend als der Moment gelten, in dem aus Austausch erste gemeinsame Perspektiven entstanden sind.






